Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Im einfachsten Fall werden die Schallwellen bereits im Bereich des äußeren Ohres nicht ordnungsgemäß gebündelt und an das Trommelfell weitergeleitet. Dies kann zum Beispiel die Folge einer Verstopfung des äußeren Gehörgangs durch Ohrenschmalz (Zerumen), vor allem bei Kindern auch durch Fremdkörper sein.

Bei der Mittelohrschwerhörigkeit wird der am Trommelfell eintreffende Schall nicht oder nur teilweise an das ovale Fenster weitergeleitet. Es liegt eine Störung im Bereich der Gehörknöchelchen oder des ovalen Fensters vor.
Da Außen- und Mittelohr der Weiterleitung des Schalls an das Innenohr dienen, bezeichnet man Störungen in diesem Gebiet auch als Schallleitungs-Schwerhörigkeit.
In der Praxis werden Schallleitungs-Schwerhörigkeit und Mittelohrschwerhörigkeit oft gleichgesetzt.

Eine akute Schalleitungs-Schwerhörigkeit entsteht häufig als Folge einer Mittelohrentzündung.
Als Folge der Entzündung der Schleimhaut, von der die Paukenhöhle ausgekleidet ist, kommt es zu einer Flüssigkeits-Ansammlung im Mittelohr. Der Arzt bezeichnet das als Mittelohrerguss. Dadurch wird die Beweglichkeit des Trommelfells behindert. In der Regel überwiegen in diesen Fällen aber die Ohrenschmerzen als Zeichen der akuten Entzündung.

Chronische Schalleitungs-Störungen beruhen auf einem fortschreitenden Funktionsverlust der Gehörknöchelchen-Kette, des Trommelfells und/oder des ovalen Fensters.
Ursache können wiederholte schwere oder chronische Mittelohrentzündungen mit nachfolgendem “Verkleben” bzw. “Verkalken” dieser Teile des Hörorgans (Paukensklerose/-fibrose) sein, aber auch die so genannte Otosklerose. Die Ursache dieser Erkrankung, bei der die Gehörknöchelchen und das ovale Fenster durch “Verknöcherung” zunehmend unbeweglich werden, ist unbekannt, es scheinen unter anderem erbliche Faktoren eine Rolle zu spielen.

Quelle: WWW.MEDUNIQA.AT ( Wissen A-Z, Schwerhörigkeit)

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